Die Prärie- und Plainsindianer sind uns als die typischen Indianer Nordamerikas bekannt. Vom mächtigsten und größten Stamm der nördlichen Plains, den Sioux (gesprochen: Su), haben wir zwei aktive Vertreter im Verein.

Die Sioux mit einer ursprünglichen Gesamtbevölkerung von 30.000 Menschen waren in drei Hauptgruppen unterteilt, der östlichen oder Santee-Gruppe, der zentralen Gruppe ( Yankton und Yantonai) und der westlichen oder Teton-Gruppe. Innerhalb dieser Gruppen gab es weitere Untergruppierungen. Eine der sieben Untergruppen der Teton-Sioux z.B. waren die Hunkpapa. Bekanntester Häutling der Hunkpapa war Sitting Bull.

Der Name Sioux stammt vom Chipewa-Wort "nadowessiux", was soviel heißt wie "Feind" oder "Schlange". Der Stamm selbst nannte sich Dakota (Santee-Dialekt), Lakota (Teton-Dialekt) oder Nakota (Yankton-Dialekt). Alle drei Begriffe bedeuten "Verbündete".

Stammesgebiet der Soiux waren die östlich der Rocky Mountains gelegenen, weiten Graslandschaften im Norden der heutigen USA. Die Plains waren ursprünglich nur sehr dünn besiedelt. Ab 1720 gab es jedoch einen gewaltigen Umschwung. Zu dieser Zeit kamen etliche Stämme in den Besitz von Pferden und drangen nun vom Osten, Norden und Westen in die menschenleeren Ebenen vor. Um 1780 waren alle Stämme dieser Region beritten und entwickelten eine neue Kultur, die auf der Bisonjagd aufbaute.



Da die Bisonherden jahreszeitlich bedingt wanderten, übernahmen diese Indianer auch eine nomadische Lebensweise, um der Jagdbeute zu folgen. Die berittenen Krieger und das Tipi wurden zum Symbol für diese Lebensart. Als ideale Wohnform für die nomadische Lebensweise hat sich das Tipi gezeigt. Ursprünglich wurde es aus 15 Bisonhäuten, später dann aus Leintuch gefertigt. Beim Verlegen des Lagers läßt es sich sehr schnell ab- und später wieder aufbauen.



Um 1850 begannen die ersten Spannungen zwischen den Weißen und den Plainsindianern. Sie sahen sich durch das immer weitere Vordringen der Weißen in ihre Jagdgründe bedroht. Die kriegerischen Auseinandersetzungen fanden ihren Höhepunkt 1876 in der Schlacht am Little Bighorn, wo eine Armee-Einheit unter George Armstrong Custer von den vereinigten Stämmen der Sioux, Cheyennes und Arapahoes unter den Häuptlingen Sitting Bull, Gall, Crazy Horse und Dull Knife vernichtend geschlagen wurden. Um 1885 endete die Plainskultur mit dem völligen Zusammenbruch, da durch weiße Bisonjäger die Bisonherden, welche ihre Lebensgrundlage darstellten, ausgerottet wurden und die Stämme auf die Lebensmittelzuteilungen der US-Regierung angewiesen waren. Einen Ausweg aus dieser Situation sahen sie in der Geistertanzbewegung, die die ursprüngliche Lebensweise auf gewaltfreie Art wieder zurückbringen sollte. Ein jähes Ende fand diese Bewegung 1890 mit dem Massaker am Wounded Knee.

Heute leben ca. 50.000 Sioux in Dakota/USA, die meisten davon in den verschiedenen Reservaten.



Das typische Erscheinungsbild der Plainsindianer ist der Krieger mit Federhaube, mit Perlen und/oder Stachenschweinborsten verzierten Lederhemden, Leggins, Lendenschutz und Mokassins. Die Frauen trugen ebenfalls Kleider, Leggins und Mokassins aus Leder, vorwiegend von Hirsch und Antilope. Bei den Plainsindianern erreichte die Perlenstickerei ihren Höhepunkt.



[Text und Bilder von PS und RS]