Fackeln im Sturm ?
oder amerikanische Geschichte als Hobby !



Reenacting nennen es die einen, Living History die anderen. Manche empfinden es als praktizierte Geschichtsforschung und viele als angewandte Zeitreise. Die Rede ist von einem Hobby, bei dem die Teilnehmer Ereignisse und Geschehen früherer Epochen nachspielen und nachempfinden. Häufig handelt es sich dabei um militärische Aktionen und geschichtliche Schlachten, vom römischen Zeitalter über Napoleonische Ära bis hin zum Amerikanischen Bürgerkrieg.

Vor allem die Hobbyisten der letzteren Art stammen vielfach aus der Country- und Westernszene und aus Schwarzpulververeinen. Auf welche Weise kommt man aber zu einem solchen Steckenpferd und was bringt einen Deutschen dazu, sich gerade mit amerikanischer Geschichte zu befassen?




Nun, zunächst ist es bestimmt allgemeines Interesse an der Weltgeschichte, zu der die Faszination am amerikanischen Kontinent hinzukommt. Je mehr man sich aber damit befasst, desto mehr wird in einem die Neugierde wach, wie es tatsächlich zugegangen ist und was nicht in den allgemeinen Geschichtsbüchern steht.

Und schließlich stellt man fest, daß die amerikanische Geschicht durchaus einiges mit den Deutschen (wie auch mit einigen anderen europäischen Völkern) zu tun hat. Letztendlich machten die deutschen Landsleute mit über 5 Millionen (!) in den Jahren von 1821 bis 1900 den größten Teil der Einwanderer in die "Neue Welt" aus, noch vor den Iren mit 3,8 und den Engländern mit 3,0.




Diese Immigranten brachten ihre Kultur, ihre sozialen und politischen Ansichten und ihr freiheitliches und gleichheitliches Gedankengut mit in die Vereinigten Staaten. Nicht zuletzt hatten etliche von ihnen gegen die Vorherrschaft des Adels und der Fürsten in der Alten Welt gekämpft. Es entstanden deutsche Vereine und (Turner-) Bünde.

Als der Bürgerkrieg ausbrach entschieden sich viele, für ihre Ideale zur Waffe zu greifen, die meisten für den Erhalt der Union und die Abschaffung der Sklaverei, einige für die Sezession. Zumindest im Norden bildeten sich ganze Regimenter nur mit Deutschstämmigen und deren Nachkommen, vor allem in den westlichen Bundesstaaten wie Indiana, Missourie und Ohio.




Eines der ersten Regimenter, das den Ruf Lincolns folgte, war das 9th Ohio Vol. Inf. Reg. aus Cinncinnati , das mit Ausnahme ihres Colonels nur aus Deutschen bestand.

Im Zuge des Reenacting und Living History Hobbys versuchen wir speziell die Geschichte und das Wirken dieser Einheit und allgemein des amerikanischen Bürgerkriegs zu erforschen und nachzustellen. Dabei arbeiten wir gerne und oft mit anderen Darstellungsgruppen ob Blau oder Grau zusammen und versuchen gute Kontakte zu unterhalten.


Wer sich wie wir für die Geschichte des Amerikanischen Bürgerkriegs, egal auf welche Weise, interessiert und einen Gedankenaustausch möchte, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzten:

9th Ohio Vol. Inf. Reg.
U.S. Civil-War Darstellungsgruppe
uscw@bavarian-rangers.de